Roter Schimmel an der Wand – Das sollte man über Chrysonilia, den roten Bäckerschimmel wissen

Chrysonilia befällt als roter Schimmel vor allem Bäckereien

Die wissenschaftliche Bezeichnung des Schimmelpilzes mit der auffallenden roten Farbe lautet Neurospora sitophila. Häufig ist auch von Monila sitophila oder Chrysonilia sitophila die Rede. Viel bekannter ist diese Schimmelart allerdings unter den Namen Roter Brotschimmel oder Roter Bäckerschimmel.

Schimmelpilze, die am liebsten auf Brot wachsen

Wenn Bäcker über Beschwerden klagen, handelt es sich manchmal um keine Mehlstauballergie sondern der rote Schimmel ist der Verursacher. Diese Allergie wird deshalb auch Bäcker-Asthma genannt.

Den roten Schimmel findet man vorwiegend auf Brot und Getreideprodukten, weshalb diese Schimmelart gehäuft in Backstuben auftritt. Roter Bäckerschimmel, oder auch Brotschimmel genannt, ist aber auch in Futtermittelbeständen und in Silagen zu finden.Roter Schimmel

Gesundheitliche Schäden betreffen nicht nur das Bronchialsystem, auf ekzematöser Haut können sich Sporen ansiedeln.

Roter Schimmel wächst außerordentlich schnell, weshalb er innerhalb kurzer Zeit große Mengen an Getreide, Mehl oder Futtermittel vernichten kann. Bei verschimmeltem Obst kann es sich auch um den roten Schimmel handeln.

Roter Schimmel an der Wand

Zellulose wird von Chrysonilia ebenfalls als Nahrung akzeptiert, deshalb tritt der rote Schimmel auch auf Kartonagen und Papiertapeten auf. Meist handelt es sich bei den betroffenen Stellen um kalte Außenwände mit feuchten Untergründen. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit in sich speichern als kalte Luft.

Trifft warme Luft mit hoher Luftfeuchtigkeit auf eine kalte Wand, kühlt sie rasch ab. Weil sie von dem Wasser, das sie in sich trägt, Anteile abgeben muss, bilden sich auf der Wand Wassertropfen.

Der Übergang vom gasförmigen in einen flüssigen Zustand wird als Kondensation bezeichnet. Die Flüssigkeit, die dabei entsteht, heißt Kondensat. Schimmel an der Wand tritt meist an Flächen in Erscheinung, auf denen sich häufig Kondensat bildet.

Schimmelpilzen vorbeugen

Roter Schimmel und andere Schimmelarten lassen sich vermeiden, wenn eine Kondensation der Luft ausgeschlossen wird:

  • Im Sommer richtig Lüften; nur dann, wenn die Außenluft nicht wärmer ist als die Innenluft, damit die Luft von draußen nicht kondensiert.
  • Wäsche nicht in der Wohnung trocknen.
  • Tür zum kühleren Schlafzimmer immer geschlossen halten.
  • Mit eingeschalteter Dunstabzugshaube setzt sich der beim Kochen entstehende heiße Dampf nicht als Kondensat an den Wänden ab.
  • Feuchtwarme Luft aus dem Badezimmer nicht in die restliche Wohnung ziehen lassen.

Roter Schimmel anderer Gattungen

Nicht immer handelt es sich um Chrysonilia bzw. Neurospora, wenn Schimmelpilze rot sind. Der Schwarzschimmel namens Aspergillus niger entwickelt rötlich gefärbte Sporen, wenn er in der Nähe von Kupfer wächst. Er sieht dann ähnlich aus wie Roter Bäckerschimmel.

Andere Aspergillus-Arten sind, was die Farbe betrifft, sehr vielseitig und können sich deshalb ebenfalls als roter Schimmel präsentieren. Gelber Schimmel verhält sich manchmal ähnlich, er kann sich unter gewissen Umständen ebenfalls farblich leicht ins Rötliche wandeln.

Roter Schimmel und seine wissenschaftlichen Namen

Auf unserem Erdball existieren schätzungsweise über 200.000 Arten von Schimmelpilzen. Lediglich um die 120.000 von ihnen sind bislang bekannt bzw. wurden schon wissenschaftlich näher beschrieben.

Die Unterteilung erfolgt in Gattungen, wie Aspergillus (Gießkannenschimmel), Mucor (Köpfchenschimmel), Penicillium (Pinselschimmel),Trichoderma, Alternaria, Botrytis, Chaetomium Fusarium, Monilia, Cladosporium, Paecilomyces, Neurospora, Chrysonilia und andere.

Für gewöhnlich handelt es sich um imperfekte Pilze, die auf Lebensmitteln und anderen organischen Materialien wachsen und diese zersetzen. Letztendlich führen sie zu einer Zerstörung der befallenen Stoffe.

Für ihre Ausbreitung bringen Schimmelpilze gefärbte Sporen hervor. Zu den bekanntesten Schimmelarten gehört der Schwarzschimmel (Aspergillus niger), der sich gerne in Häusern mit Feuchtigkeitsschäden entfaltet.

Gegebenenfalls werden zu den Schimmelpilzen noch einige Ständerpilze, wie etwa der Hausschwamm, und einige Brandpilzarten gezählt. Ausgenommen sind jedoch Erreger mykologischer Infektionskrankheiten, die sich auf lebendem Gewebe von Menschen und Tieren ausbreiten.

Die systematische Einteilung der zahlreichen Schimmelarten erweist sich als überaus schwierig, deshalb wird der Rote Schimmel gelegentlich unter verschiedenen Namen geführt:

1. Neurospora sitophila

Die Gattung Neurospora gedeiht in erster Linie auf feuchten und faulenden Pflanzenteilen. Diese Gruppe verfügt über eine gemeinsame Stammform, enthält aber nicht alle infrage kommenden Ordnungen. Der wissenschaftliche Name Neurospora sitophila bezieht sich innerhalb dieser Gattung speziell auf den Roten Bäckerschimmel.

2. Monilia sitophila

Mikropilze der Gattung Monila sind in erster Linie für Schäden an Obstbäumen, insbesondere an Kirsch-, Apfel-, Birnen- und Quittenbäumen verantwortlich. Sie lösen Fruchtfäule, Blattflecken, Braunfäule und Spitzendürre aus.

Monilia Schimmelpilze bauen Zellulose und Pflanzenfasern ab. Es handelt sich um eine Nebenfruchtform von Neurospora, deshalb der alternative Name Monilia sitophila für den Roten Schimmel.

3. Chrysoninia sitophila

Vertreter der Gattung Chrysoninia verhalten sich überaus wuchsfreudig. Sie erreichen ein Wachstum von bis zu 2,5 cm im Durchmesser innerhalb eines Tages.

Chrysoninia fungiert ebenfalls als Nebenfruchtform mit vegetativer Vermehrung. Die dazugehörige Hauptfruchtform mit sexueller Vermehrung trägt den Namen Neurospora.

Welche Schimmelarten bergen das höchste Risiko?

Auch wenn oftmals behauptet wird, Schwarzschimmel (Aspergillus niger) sei von allen Schimmelarten die gefährlichste, trifft dieser Standpunkt nicht zu. Eine Abstufung bezüglich der Gesundheitsrisiken diverser Gattungen und Arten wurde bislang nicht vorgenommen.

Prinzipiell tragen alle Schimmelpilze giftige Substanzen in sich. Ausnahmen bilden lediglich die Edelschimmel, die zur Aufwertung von Lebensmitteln beitragen. Sie dienen unter anderem als Reifeorganismen bei der Käseherstellung.

Schwarzschimmel präsentiert sich in etwa 50 Arten. Tritt er in Erscheinung, geht es meist um den Aspergillus niger, der wegen seiner dunklen Sporen in deutscher Sprache korrekterweise als Schwarzer Gießkannenschimmel bezeichnet wird.

Richtiges Lüften als beste Maßnahme gegen Schimmelbildung

Um Schimmelbildung zu verhindern, müssen Feuchtigkeitsschäden innerhalb des Hauses ausgeschlossen sein, denn auf trockenen Oberflächen fühlt sich kein Schimmelpilz wohl.

» Schimmelpilz im Wohnraum

Korrektes Lüften trägt erheblich zu einer gemäßigten Luftfeuchte in Wohnräumen bei. Stoß- und Querlüften sorgt für Durchzug. Bereits innerhalb 5-10 Minuten wird verbrauchte und feuchte Luft durch frische Luft von draußen ersetzt.

Experten empfehlen mindestens dreimaliges Öffnen der Fenster pro Tag. Im Sommer sollte das Lüften auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden beschränkt bleiben, damit keine schwülwarme Luft mit hohem Wasserdampfgehalt in die Wohnung gelangt, an kühleren Wänden kondensiert und zu Schimmelbildung führt.

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