Stockflecken in der Wäsche, was nun?

Wenn auf der Wäsche, auf Textilien oder in Büchern braune oder gelbliche Flecken prangen, handelt es sich für gewöhnlich um Stockflecken. Können Stockflecken Wäsche ruinieren? Wie kann man Wäsche Stockflecken wieder entfernen ? Diesen Fragen wollen wir jetzt auf den Grund gehen.

Die hässlichen Beläge werden von Mehltaupilzen hervorgerufen. Der Echte Mehltau (Erysiphales) befällt in der Natur bevorzugt Rosen, Tomaten, Erdbeeren, Weintrauben und andere Früchte.

In der Landwirtschaft und im Gartenbau ist darüber hinaus der Falsche Mehltau (Peronosporales) gefürchtet. Beide Pflanzenkrankheiten treten mit mehlartigen Ablagerungen auf Gewächsen in Erscheinung.

Mehltau ist wie Schimmel ein Pilz, der in feuchtem Milieu gedeiht. Stehen Pflanzen zu dicht beieinander oder befinden sie sich in einem mangelhaft belüfteten Gewächshaus, wird Mehltau begünstigt.

Weshalb bilden sich Stockflecken in der Wäsche und welche Mittel helfen bei der Entfernung?

Stockflecken in der WäscheWann immer nasse oder feuchte Textilien am Trocknen gehindert werden, besteht ein erhöhtes Risiko für Stockflecken. An der frischen Luft stellt sich die Problematik nicht, weil dort die Feuchtigkeit ohne Schwierigkeiten entweichen kann.

Befinden sich Textilien aber an einem Ort, an dem die Luft nicht zirkulieren kann, beispielsweise in einer Tasche oder in einem verschlossenen Schrank, kann es zu den bräunlich-gelben Flecken kommen. Stocken als Verb bzw. großgeschrieben als Substantiv steht für das Stagnieren oder Lahmlegen eines Vorgangs.

Auf Stockflecken übertragen, handelt es sich um Feuchtigkeitsschäden, die entweder durch Komprimierung oder durch luftdichtes Verschließen entstehen. Sowohl Schimmelpilze als auch Mehltaue vermehren sich mittels Sporen. Luft und Wind sorgen für die Ausbreitung. Damit aus den Sporen Pilze entstehen, bedarf es eine Luftfeuchte von mindestens 70%.

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Typische Ursachen für Stockflecken in der Wäsche:

  • nasses Handtuch im Wäschekorb
  • nach dem Schwimmen vergessene Badesachen
  • verschwitztes T-Shirt in der Trainingstasche
  • Wäsche mit Restfeuchte im Kleiderschrank
  • vom Regen durchnässte Jacke im Kofferraum des Autos
  • in einem feuchten Keller aufbewahrte Sommer- oder Winterkleidung

Tipp:
Feucht gewordene Kleidungsstücke und nasse Badetücher nach dem Duschen immer gleich luftig aufhängen, damit es keine Stockflecken gibt.

Mit Sonne und Luft Stockflecken bekämpfen

Als die größten Feinde für Schimmel und Moder erweisen sich Sonne und Luft. Wenn auf Kleidungsstücken Stockflecken oder Schimmel entdeckt werden, sollten sie umgehend mit Sonnenstrahlen in Kontakt kommen.

Luftig an einer Wäscheleine befestigt oder auf einen Kleiderbügel gehängt und ins Freie gebracht, verflüchtigt sich die Feuchtigkeit und die UV-Licht Anteile der Sonne erledigen meist den Rest.

Auf komplett trockenen Textilien wird Stockflecken die Lebensgrundlage entzogen. Häufig reicht es, wenn die Wäsche nach mehrstündigem Aufenthalt im Freien noch gründlich ausgebürstet wird.

Sollten danach immer noch Flecken vorhanden sein, verschwinden sie in der Regel während eines normalen Waschgangs, möglichst mit 60°C in der Maschine.

Welches Mittel gegen Stockflecken?

Relativ frische Verunreinigungen gehen eventuell durch das Eintauchen des Stoffs in Essigwasser weg. Weitere Alternativen stellen das Bestreuen mit Backpulver oder das Betupfen mit medizinischem Alkohol dar.

Bei besonders hartnäckigen Stockflecken ist eine Spezialbehandlung nötig. Als altbewährtes Hausmittel gegen Stockflecken in der Wäsche gilt ein Gemisch aus Zitronensaft und Salz. Aus beiden Substanzen eine Paste mischen und auf die betroffenen Stellen auftragen.

Allzu starkes Reiben vermeiden, denn es könnte Stoffverfärbungen zur Folge haben. Etwa 30 Minuten, idealerweise unter Sonnenbestrahlung, einwirken lassen und anschließend waschen. Nach dem Trocknen sollten die Stockflecken verschwunden sein.

Zur Beseitigung von Stockflecken kommen auch Bleichmittel in Betracht. Zum einen werden vorhandene Sporen per Oxidation zerstört und zum anderen hellt die Bleiche die Flecken auf.

Bei empfindlichen Stoffen und dunklen Farben ist allerdings Vorsicht geboten. Chlorbleiche eignet sich sehr gut zur Behandlung älterer Flecken, weshalb diese Methode in aller Regel greift, wenn bereits andere Versuche versagten.

Tipp:
Javelwasser verhält sich als Bleichmittel weniger aggressiv zu Fasern und Farben.

Fleckentferner aus dem Handel

Fleckensalz, das Allroundmittel gegen beharrlichen Schmutz auf Textilien, leistet auch bei Stockflecken gute Dienste. Am besten in 40°C warmem Wasser Waschmittel und Fleckensalz auflösen und das Wäschestück mindestens 5 Stunden darin einweichen. Danach ausspülen und in der Maschine waschen.

Außer Fleckensalz, das sich für viele Arten von Flecken eignet, bietet der Fachhandel Produkte eigens gegen Stockflecken in der Wäsche an, z.B. „Fleckenteufel Obst, Getränke, Schimmel/Stock von Dr. Beckmann“, “Stockflecken Stopp von Molto” oder „Domal fleckenfrei Tinte, Stock und Schimmel“. Fällt die Wahl auf eines dieser Mittel, sollte die Gebrauchsanweisung vorher gelesen und während der Anwendung auch beachtet werden.

Fazit:

Bleibt nasse oder verschwitzte Kleidung für ein paar Tage in einer Tasche oder Box, liegt die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sich Stockflecken bilden. Das Gleiche gilt für Hand- und Badetücher, wenn sie in nassem Zustand im Sammelbehälter für Schmutzwäsche landen.

Zur Entfernung von Stockflecken bieten sich Hausmittel und diverse handelsübliche Produkte an. Gut beraten ist, wer nasse und feuchte Textilien immer ausreichend trocknen lässt, um Stockflecken zu vermeiden.

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