Schimmel oder Ausblühungen – wo ist der Unterschied?

Weißliche Ablagerungen auf Mauern und Wänden hinterlassen keinen schönen Anblick. Sobald sie an der Oberfläche erscheinen, stellt sich zunächst die Frage, um was es sich bei dem hässlichen Belag eigentlich handelt.

Einerseits besteht ein berechtigter Verdacht auf Schimmelbefall, andererseits können es Ausblühungen sein, die die Wand verunstalten.

Schimmel oder Ausblühungen? – Die Unterscheidung bereitet manchmal Schwierigkeiten

Salpeterausblühungen an einer Klinkerwand

Salpeterausblühungen an einer Klinkerwand

Für die richtige Maßnahme zur Entfernung der Flecken muss zu 100 % geklärt sein, welche Ablagerung zutage tritt. Ob Schimmel oder Ausblühungen, Bauphysiker empfehlen eine jeweils auf den Zustand der Wand abgestimmte Sanierung.

Es gilt, die Ursache für die Flecken herauszufinden, damit die Ablagerungen nach Beseitigung des Auslösers auf Dauer wegbleiben.

Wie Schimmel entsteht

Zum Ansiedeln von Schimmelpilzen sind feuchte organische Untergründe nötig. Überall im Freien trägt die Luft Schimmelsporen mit sich. Schimmelpilze übernehmen in der Natur eine wichtige Aufgabe bei der Zersetzung von organischen Stoffen.

Landen ihre Sporen auf einem geeigneten Terrain, beginnen sie ihr Werk. Feuchte Stellen an Wänden oder anderen Oberflächen stellen eine perfekte Umgebung für Schimmelpilze dar. Deshalb sind insbesondere Feuchträume und kalte Wände, an denen die Luft kondensiert, von Schimmelbefall bedroht.

So entwickeln sich Ausblühungen

Ausblühungen, die auch als Effloreszenz bezeichnet werden, entstehen durch das Auskristallisieren von Salzen. Nässe im Mauerwerk löst im Laufe der Zeit die Salze im jeweiligen Baustoff auf.

Es können sowohl Betonwände als auch Mörtel, Ziegelsteine und Klinker davon betroffen sein. Wenn die Feuchtigkeit über die Oberfläche ins Freie tritt und auf der Wand verdunstet, bleiben weiße Flecken zurück.

Was ist Salpeter?

Bei der Entstehung von Salpeter bedarf es Nitrate, wie sie in den Harnstoffen von Tieren sowie in Jauche und Gülle enthalten sind. Salpeterausblühungen treten aufgrund dessen vorwiegend an und in der Nähe von landwirtschaftlich genutzten Gebäuden auf.

Selbst wenn die Anwesen nicht mehr der Viehzucht und des Ackerbaus dienen, können Mauerwerk und Boden noch immer mit Nitraten angereichert sein.

Die Probe aufs Exempel

Mit einem kleinen Trick lassen sich Ausblühungen bzw. Salpeter eindeutig von Schimmelpilzen unterscheiden:

  1. Mit der Rückseite eines Messers den weißlichen Belag abkratzen.
  2. Die Substanz auf einem Küchentuch aus Zellstoff abstreifen.
  3. Das Küchentuch zum Trocknen auslegen.
  4. Ist die genommene Probe nach einer Weile zu grobkörnigem Salz erstarrt, handelt es sich um Ausblühungen.
  5. Bleibt der abgekratzte Belag auch im trockenen Zustand komplett ohne Festigkeit, muss von Schimmel ausgegangen werden.
  6. Schnelltest: Beim Reiben zwischen den Fingern ist bei einer frisch entfernten Probe meistens schon die Kristallform der Salze zu spüren.

In beiden Fällen Feuchtigkeit als Ursache

Ebenso wie bei Schimmel, trägt auch bei Ausblühungen Feuchtigkeit zum Zustand des Mauerwerks oder der Wand bei.

Salz bindet Wasser und zieht die Nässe aus der Luft. Auch wenn sich bislang kein Schimmel gebildet hat, besteht bei Ausblühungen immer die Gefahr, dass aufgrund der durch die Salze angefeuchteten Oberfläche irgendwann doch noch Schimmelpilze wachsen.

Weißliche Beläge auf dem Mauerwerk sollten nicht ignoriert werden, auch wenn das Testergebnis für Ausblühungen spricht. Es gilt, die Ursache für die bestehende Feuchtigkeit zu ergründen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Salzausblühungen sind meist die Folge von kapillar aufsteigender Feuchtigkeit. Oberstes Ziel muss demnach das Trockenlegen der Mauer sein. Im Falle eines Schimmelschadens kann es mehrere Auslöser geben. Möglicherweise liegt es lediglich am falschen Lüften.

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