Welcher Schimmelpilz ist gefährlich?

Den meisten Menschen ist inzwischen durchaus bewusst, dass von Schimmelpilzen eine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Dessen ungeachtet kommt Schimmel in vielen Wohnungen zum Vorschein. „Welcher Schimmel ist gefährlich?“ Diese Frage taucht gewiss auf, sobald ein schimmeliger Belag an Wänden, Decken oder anderen Oberflächen entdeckt wird.

Existieren hinsichtlich der gesundheitlichen Bedrohung artspezifische Unterschiede? – Welcher Schimmel ist gefährlich und welcher nicht?

Früher hieß es meist, dass der schwarze Schimmel besonders risikoreich sei. Inzwischen sind sich die Experten einig, dass sämtliche Vertreter der Gattung Aspergillus, zu deutsch Gießkannenschimmel, als gesundheitlich äußerst bedenklich einzustufen sind.

Schimmelpilz in der wohnung

Schimmelpilz in der wohnung kann die Gesundheit gefährden

Sie alle bilden Aflatoxin. Das Pilzgift wurde erstmalig beim Aspergillus flavus aufgespürt. Diese Schimmelpilzart steht unter dem Verdacht, den „Fluch des Pharaos“ bewahrheitet zu haben.

Als logische Erklärung für die Todesfälle nach der Öffnung des Grabes von Tutanchamun wurde der Gießkannenschimmelpilz Aspergillus flavus genannt, mit dem die Forscher in Kontakt kamen.

Der Name für das Mykotoxin setzt sich aus „A“ für Aspergillus, „fla“ für flavus (gelb) und „toxine“, dem altgriechischen Wort für „giftige Substanzen“ zusammen. Mögen andere Schimmelpilzgattungen ggf. als nicht so aggressive betrachtet werden, in Innenräumen sind sie trotzdem gefährlich.

Krankheitsbild Aspergillose

Eine Infektion mit den toxischen Substanzen der Schlauchpilzgattung Aspergillus wird als Aspergillose bezeichnet. Die meisten Übertragungen resultieren aus dem Schimmelpilz Aspergillus fumigatus.

Zu den befallenen Körperorganen zählen überwiegend Haut, Nasennebenhöhlen, Ohren und Lungen. Es sind sogar Metastatenbildungen an Herz, Nieren oder des zentralen Nervensystems zu befürchten. Die Formen der Aspergillose stehen eng im Zusammenhang mit der jeweiligen Immunlage.

Weil das Krankheitsbild Ende des 19. Jahrhunderts erstmalig an einer Lunge eingehend untersucht und beschrieben wurde, war anfangs von einer Lungenaspergillose die Rede. Aspergillose kann auch bei Tieren auftreten. Meist sind Vögel (Papageien) betroffen.

Welcher Schimmelpilz ist gefährlich? – Diese Liste geht ins Detail:

  • Aspergillus niger: Schwarzschimmel – standardmäßig an Mauern und Wänden anzutreffen, aber auch auf Obst und Gemüse.
  • Aspergillus flavus: Gelbschimmel – vor allem an fett- und stärkehaltigen, pflanzlichen Lebensmitteln.
  • Aspergillus versicolor: Wie der Name bereits erahnen lässt, präsentiert sich diese Schimmelart in unterschiedlichen Farbtönen. Sie kann zudem ihre Farbe wechseln.
  • Aspergillus fumigatus: wächst in flockigen Kolonien bevorzugt in und auf Blumenerde. (siehe auch Schimmel auf Blumenerde)
  • Aspergillus terreus: zimt- bis tiefbraune Farbe – auf verfaulendem Pflanzenmaterial und auf Böden.
  • Rhizopus stolonifer: Gemeiner Brotschimmel – befällt vorwiegend kohlenhydratreiche Lebensmittel.
  • Neurospora sitophila – Roter Brotschimmel oder Bäckerschimmel.
  • Schwärzepilze, wie Clasosporium, Alternaria, Curvularia oder Ulocladium, lösen in erster Linie allergische Reaktionen der Atemwege aus.
  • Penicillium expansum: zur Gattung der Pinselschimmel gehörend – befällt organisches Material (Weintrauben und andere Früchte) – produziert das Gift Patulin.

Je mehr Schimmel, desto größer das Risiko

Wegen einer relativ kleinen Schimmelfläche in der Wohnung muss niemand in Panik geraten. Für gesunde Menschen mit einem voll funktionsfähigen Immunsystem stellt ein geringfügiges Schimmelaufkommen keine ernsthafte Gefahr dar.

Einige schwarze Punkte zwischen zwei Fliesen oder an einer Silikonfuge sind sogar sehr häufig anzutreffen. Trotzdem sollte Schimmel niemals als harmlos eingeschätzt werden. Die hässlichen Beläge breiten sich bei idealen Bedingungen schnell aus, insbesondere im Badezimmer und anderen feuchten Räumen.

Ist bereits eine Fläche von einem Quadratmeter oder mehr mit Schimmelpilzen verseucht, besteht durchaus eine akute Gesundheitsgefahr. Für kranke und geschwächte Personen liegt das Risiko vergleichsweise hoch, weil bei ihnen das körpereigene Abwehrsystem versagt.

Nicht nur die Sporen und flüchtigen Substanzen, die Schimmelpilze absondern, können krank machen. An feuchten Flächen siedeln sich auch Bakterien an. Neuesten Erkenntnissen zufolge soll der Mix aus Bakterien und bestimmten Schimmelpilzarten ein extrem hohes Gesundheitsrisiko bergen.

Ungefährliche Schimmelpilzarten

Diverse Schimmelpilze tragen zur Aromatisierung von Lebensmitteln bei. Es handelt sich um Edelschimmel, der für uns Menschen kein Gefährdungspotenzial aufweist. Diese Schimmelarten bilden lediglich Aromastoffe und keine Toxine. Üblicherweise werden sie zur Reifung von Käse eingesetzt.

Beispiele:

  • Penicillin camembert – Weißschimmel
  • Penicillin roquefort – Blauschimmel
  • Geotrichum candidum – weißer Milchschimmel, der sich als samtweiche Schicht auf gesäuerte Milchprodukte legt.

Übrigens:

Ein Überzug aus Edelschimmel hält gesundheitsgefährdende Schimmelarten vom Käse fern.

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