Weißer Schimmel – Wie er entsteht und wie man ihn wieder los wird

Schimmel wartet mit einer bunten Vielfalt auf. Das fadenförmige Zellengewebe der verschiedenen Schimmelpilzarten unterscheidet sich bezüglich seiner Farbe. Die möglichen Nuancen umfassen nahezu die gesamte Farbpalette. Manchmal treten sogar mehrere Schattierungen gleichzeitig auf.

Ob grauer, schwarzer, grüner, gelber, roter oder weißer Schimmel, etwas haben alle Schimmelpilzarten gemeinsam: Wo immer sie sich zeigen ist Gefahr im Verzug. Die Auswirkungen von Schimmelpilzen auf die menschliche Gesundheit wurden inzwischen in vielen Studien bestätigt. Allergien und Atemwegserkrankungen können die Folgen von Schimmelpilzbefall in Innenräumen sein.

Weißer Schimmel bleibt häufig aufgrund seiner unauffälligen Färbung lange Zeit unentdeckt

Schwarzer Schimmel wird auf frei ersichtlichen Flächen wegen seiner dunklen Farbe relativ schnell ausfindig gemacht. Auf weißen Fliesen- und Silikonfugen bilden dunkle Schimmelflecken einen krassen Kontrast. Ähnlich verhält es sich auf hellen Putzen oder Tapeten. Selbst grüner oder roter Schimmel hebt sich für gewöhnlich deutlich vom Untergrund ab.

 

Genaue Inspektion erforderlich

Völlig anders verhält es sich bei weißem Schimmel. Durch den fehlenden Kontrast gedeiht weißer Schimmel oftmals lange im Verborgenen. Ein erstes Anzeichen kann ein leicht modriger Geruch sein, der vom weißen Schimmel ausgeht. Eventuell weist das Auftreten von Silberfischen oder Kellerasseln auf ein feuchtes Milieu in der Wohnung hin.

Eine genaue Inspektion von Wänden und Decken fördert letztendlich auch den weißen Schimmel zutage. Weil heller Schimmel weniger auffällt, besitzen infizierte Flächen meist schon eine beachtliche Größe.

Weißen Schimmel nicht mit Salzausblühungen verwechseln

Weißer Schimmel an einer Klinkerwand

Weißer Schimmel? Nein Salpeterausblühungen an einer Klinkerwand

Salze, die auf einer Baustoffoberfläche auskristallisieren, sehen ähnlich aus wie weißer Schimmel. Die mineralischen Baustoffe Ziegel, Beton und Mörtel sind hauptsächlich davon betroffen. Es handelt sich vorwiegend um Kalium- und Natriumsulfate, die sich in feuchtem Mauerwerk auflösen.

Nach einer Trockenlegung bleiben weiße Beläge mit ähnlicher Struktur wie Schimmel zurück. Salpeter stellt eine Sonderform dar. Damit Salpeter entsteht, bedarf es Ammoniak. Deshalb sind Baugrundstücke und Gebäude, die früher der Viehzucht dienten, besonders anfällig.

Salpeter und andere Nitrate bringen für gewöhnlich keine gesundheitliche Gefahr mit sich, bewirken aber Schäden am Gebäude. Weil Salpeter die Ausbreitung von Feuchtigkeit intensiviert, steigt auch das Risiko für Schimmel und Hausschwamm. Als Ursache für Salzausblühungen kommt aufsteigende Nässe in Betracht. Mit dem nachträglichen Einbau einer Horizontalsperre lässt sich das Mauerwerk trockenlegen.

Weißer Schimmel auf Blumenerde

Bei zu ausgiebiger Wässerung bildet sich manchmal ein weißer Flaum auf der Erde von Zimmerpflanzen.

Hier dreht es sich ebenfalls um weißen Schimmel, der die Gesundheit der Bewohner bedroht:

  1. Das Substrat sollte so schnell wie möglich ausgetauscht werden.
  2. Mit Schimmel befallene Erde gehört in die Mülltonne und nicht auf den Kompost.
  3. Um spätere, neue Ansteckungen zu vermeiden, wird der Topf am besten mit heißem Wasser und Essig von sämtlichen Schimmelrückständen befreit.
  4. Neue Blumenerde mit Sand mischen, um zukünftig eine bessere Drainage zu erreichen, damit kein weißer Schimmel mehr entsteht.
  5. Nach dem Umtopfen weniger gießen.
  6. Ein kurzer Test mit dem Finger offenbart, ob das Substrat tatsächlich bereits getrocknet ist und die Pflanze gewässert werden muss.

Schutzmaßnahmen nach Schimmelbeseitigung an Wänden

Handelt es sich definitiv um weißen Schimmel, verlaufen die Sanierungsarbeiten analog zu anderen Schimmelarten. Schimmel benötigt zum Wachsen Feuchtigkeit. Damit nach einer Sanierung nicht gleich wieder Schimmel zum Vorschein kommt, muss auf eine Raumfeuchtigkeit von 40 % bis höchstens 60 % geachtet werden.

Zwei- bis viermaliges Stoßlüften am Tag bringt die Luftfeuchte normalerweise in einen idealen Bereich. Wiederholte Kontrollen lassen sich mit einem Hygrometer einfach vollziehen. Bleibt das Herabsinken des Dampfgehaltes der Raumluft aus, sollte die Anschaffung eines Luftentfeuchters in Erwägung gezogen werden.

Ein solches Gerät bringt aber nur einen Nutzen, wenn andere Gründe für feuchte Wände, wie Kältebrücken und defekte Wasserrohre, bereits ausgeschlossen sind. Experten empfehlen zudem im Winter das Heizen von unbewohnten Räumen auf mindestens 14° C, damit sich kein Schimmel bildet.

0 Kommentare… add one

Einen Kommentar hinterlassen