Schimmelpilzarten von ‘Aspergillus niger’ bis ‘Penicillium’

Weltweit existieren unzählige Schimmelpilzarten, die in verschiedene Schimmelpilzgattungen unterteilt werden.

In der Natur sind Schimmelpilze unersetzlich, denn dort übernehmen sie die wichtige Aufgabe, abgestorbenes organisches Material zu zersetzen. Innerhalb des Hauses stellen sie für die Bewohner allerdings ein gesundheitliches Risiko dar.

Besonders die Sporen der Schimmelpilzgattungen Aspergillus, Rhizopus, Alternaria, Stachybotrys, Cladosporium, Trichophyto, Fusarium und Penicillium besitzen ein hohes Potenzial für Allergien. Aber auch andere Krankheiten wie Kopf- und Gelenkschmerzen, Asthma, Augenbrennen, Gehörgangsmykosen und Magen- und Darmbeschwerden können von Schimmelpilzen herrühren. Es genügen geringe Konzentrationen. Somit treten eventuell bereits Symptome auf, obwohl ein Schimmelpilzbefall noch gar nicht entdeckt wurde.

Voraussetzungen zum Wachstum von SchimmelpilzenSchimmelpilzarten an der Wand

Damit Schimmelpilze wachsen können, benötigen sie vor allem Feuchtigkeit. Manchen Schimmelpilzarten reicht bereits ein Wasseraktivitätswert von 0,7, andere gedeihen erst ab einer relativen Luftfeuchte von 80 %. Darüber hinaus müssen noch die passenden Nährstoffe, Sauerstoffe und Temperaturen von etwa 20° bis 40° C zur Verfügung stehen.

Als Nahrung dient der jeweilige Untergrund, der nach Möglichkeit einen organischen Ursprung besitzen sollte. Manche Arten von Schimmelpilzen tolerieren auch säureintensive und alkalische Untergründe. Allerdings wird ein hoher ph-Wert in der Regel eher gemieden. Helligkeit spielt für Schimmelpilze keine Rolle. Sie gedeihen auch in absoluter Dunkelheit hervorragend.

Geeignete Untergründe für Schimmelpilze im Haus

Innerhalb von Gebäuden betrifft ein Schimmelpilzbefall vor allem Wohnraumtextilien, Tapeten (auch den Kleister), Gipskartonplatten, Teppiche, Presspappe, Laminatböden, Abdichtungen und Estrich. Schimmel im Mauerwerk zerstört im Laufe der Zeit die Bausubstanz, denn er verstoffwechselt seine direkte Umgebung. Dabei produzieren manche Schimmelpilzarten gefährliche Pilzgifte, die sogenannten Mykotoxine.

Ist das Mauerwerk betroffen, reicht eine Oberflächenbehandlung nicht aus. Bei Salpeter handelt es sich um eine Ausspülung von Salzen, die mit der Feuchtigkeit an die Maueroberfläche gelangen. Trocknet der Salpeter dann aus, bleiben Salzkristalle zurück. Bei Salpeter handelt es sich um keinen Schimmelpilz, somit besteht auch keine Gesundheitsgefährdung, allerdings kann es durch die bestehende Feuchtigkeit trotzdem zu Schimmelpilzbefall kommen.

Zur Entstehung von Salpeter sind Harnstoffe nötig, weshalb Salpeterausblühungen vor allem an älteren Gebäuden auftreten, in deren Nähe sich Stallungen oder Jauchegruben befanden. Der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans), der nicht zu den Schimmelpilzen zählt, ist ein gefährlicher Bauholzpilz, der Häuser zum Einsturz bringen kann.

Zu den am häufigsten auftretenden Schimmelpilzarten gehören:

  • Aspergillus niger
    Wegen der dunkelfarbigen Sporen erhielt Aspergillus niger die Bezeichnung Schwarzschimmel. Er bevorzugt als Untergrund Papier, Kartonage, Leder und teilweise auch Kunststoffe. Innerhalb 35° bis 37° C liegt sein Wachstumsoptimum. Als Mykotoxine stellt diese Schimmelpilzart Oxal- und Kojisäure her, die unter anderem Allergien auslösen können.
  • Aspergillus versicolor
    Ein Befall mit Aspergillus versicolor erscheint anfangs weißlich und wechselt später die Farbe. Dieser Schimmelpilz wird sowohl gelb, ockerfarben, grün, orange oder rosa. Aspergillus versicolor befällt bevorzugt Papier, Holz, Polstermöbel, Schaumstoffmatratzen, aber auch Früchte, Getreide und Tierkot. Die Mykotoxine schädigen vor allem die Nieren und die Leber.
  • Chaetomium globosum
    Mit einem Wachstumsoptimum von 18° bis 24° C wird dieser Schimmelpilz bereits bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen aktiv. Er tritt oft nach Wasserschäden auf, wobei er zellulosehaltige Materialien befällt. Chatomium globosum verursacht Allergien durch Inhalation.
  • Clasosporium
    Die Sporen der Schimmelpilzgattung Cloasoporium, die bereits mit geringen Luftströmungen verbreitet werden, haben häufig Niesanfälle, Reizhusten und Asthma zur Folge. Das Pilzgeflecht, das pflanzliche Materialien bevorzugt, besitzt eine olivgrüne bis schwarzbraune Färbung.
  • Penicillium
    Die verschiedenen Penicillium-Arten sind zunächst weiß, später werden sie grün, blau oder gelb, wobei in aller Regel der Rand einer Kolonie eine weißliche Farbe behält. Diese Schimmelpilzgattung befällt Gummidichtungen, Tapeten, Matratzen, Obst und Getreide. In Weinkellern ist Penicillium häufig anzutreffen.
  • Stachybotrys chartarum
    Eine besondere Achtsamkeit ist bei Stachybotrys chartarum, einem schwärzlichen Schimmelpilz geboten, denn er kann außer zu Kopfschmerzen, Hautreizungen, Atemwegserkrankungen, Haarausfall und konstitutionellen Beschwerden sogar zu Herzrhythmusstörungen führen.
6 Kommentare… add one
  • Freddy

    Guten Abend, ich hätte eine Frage zum schwarzen Schimmel:

    Ist er sonst noch aus irgend welchen Gründen gesundheitsschädlich, außer, dass er Allergieauslösend ist? Bei uns im Badezimmer gibt es ein wenig Schimmel mit schwarzen Punkten in den Fugen der Fliesen.

    • Klaus K.

      Hallo Freddy, vielleicht lesen Sie sich den speziellen Artikel über den schwarzen Schimmel noch durch , dann wird bestimmt manches noch klarer. Der Artikel ist oben im Abschnitt verlinkt.

  • Abu Ghaith

    ich habe das problem das das abwasser rohr der neben meiner Balkontür richtig schwarz grüner schimmel entstanden ist und an einer balkonwand in die wohnung oben zwischen decke und wand erstmal nur wasserflecken sichtbar wurden jetzt ist es rosa geworden aber wie eine Linie..???

  • Klaus K.

    Hallo,
    falls das Abwasserrohr aus Kupfer besteht, handelt es sich vermutlich um eine Patina, die sich auf der Kupferoberfläche regelmäßig bildet. Eventuell ist es gar kein Schimmel.

  • Andreas HASZAK

    Ist Schimmel nach einer Operation (Leber) gefährlich ???
    LG Andreas

  • Vivian

    Hallo; ich habe eben den Frischkäse aus dem Kühlschrank genommen und dann war da rosa eigentlich pinker schimmel; ich würd gern mehr darüber wissen. Wie gefährlich der für den Körper ist, wie er heißt, weiß das jemand?:)

Einen Kommentar hinterlassen