Schimmel in der Waschmaschine – 4 Tipps um Schimmelpilz zu stoppen

Gar nicht mal so selten tritt Schimmel in der Waschmaschine auf

Sicherlich ist das Entsetzen groß, wenn Schimmelbefall in der Waschmaschine festgestellt wird. Dort, wo für reine Wäsche gesorgt wird, hat ekliger Schimmel eigentlich keinen Platz. Zumeist ist das Waschmittelfach betroffen und eventuell auch noch das Zuleitungsrohr und die Gummidichtungen. Zum Schimmel entfernen in der Waschmaschine hat sich Zitronensäure sehr gut bewährt.

Schimmel in der Waschmaschine beseitigen

Schimmelreste setzen sich als kleine Flecken – sogenannte Stockflecken – auf der Wäsche ab und können zu allergischen Reaktionen führen. Das herausgenommene Waschmittelfach lässt sich mit Zitronensäure vergleichsweise einfach reinigen. Für den Zulauf wird eine schmale Flaschenbürste benötigt. Dazu eignet sich die Nuby Natural Touch 2in1 Flaschenbürste geradezu ideal.

Falls auch die Gummidichtungen am Bullauge betroffen sind, sollten auch hier alle Schimmelpilze mit einem Putztuch entfernt werden. Zur Abtötung der Schimmelpilze im Innern der Maschine bedarf es einen Kochwaschgang ohne Wäsche. Ins Waschmittelfach wird statt Waschpulver Zitronensäure eingefüllt und zwar je nach Schimmelbefall 5 bis 7 Esslöffel.

Waschmaschine mit offener Tür, damit sich kein Schimmel bildet

Türen und Fächer der Waschmaschine offen halten, damit sich kein Schimmel bildet.

Maßnahmen, um Schimmel in der Waschmaschine zu verhindern:

1. Waschmittelfach und Zulauf sauber halten.

Von Flüssigwaschmitteln in Gelform und von Weichspülern bleiben oftmals Reste am Waschmittelfach und am Zulauf zur Trommel hängen, was Schimmelpilzen einen idealen Nährboden bietet. Eine Vorkehrmaßnahme zur Verhinderung von Schimmel kann deshalb das direkte Einfüllen von Flüssigwaschmitteln in die Trommel sein. Auf diese Weise kommt weder das Waschmittelfach noch der Zulauf mit dem flüssigen Waschmittel in Kontakt. Natürlich sollte das Waschmittelfach zudem öfters gesäubert werden, bei Bedarf auch der Zulauf, damit sich kein Schimmel in Waschmaschinen bilden kann.

2. Das Innere immer gut trocknen lassen

Schimmelpilze benötigen ein feuchtes Milieu, damit sie sich ausbreiten können. Nach jedem Waschvorgang besteht im Innern der Maschine eine gewisse Restfeuche. Bleibt das Bullauge einen Spalt offen und wird das Waschmittelfach ein Stück herausgezogen, dringt diese Feuchtigkeit nach draußen und Schimmel in der Waschmaschine lässt sich verhindern.

3. Öfters heiß waschen

Die Waschmittelhersteller suggerieren dem Verbraucher, dass eine Waschtemperatur von 30° C vollkommen ausreicht. Das mag vielleicht für die Reinheit der Wäsche gelten, aber der Sauberhaltung der Waschmaschine kommen niedrige Temperaturen nicht entgegen. Wird zwischendurch auch mit 60° C oder gar mit 95° C gewaschen, breitet sich kein Schimmel in der Maschine aus.

4. Flusensieb regelmäßig reinigen

Zur Pflege der Waschmaschine zählt das Entleeren und Säubern des Flusensiebs, manchmal auch Kleinteilfalle genannt. Zum einen wird bei einem verstopften Flusensieb das Abpumpen der Lauge behindert und zum anderen fangen die Flusen im Sieb in der feuchten Umgebung ebenfalls schnell an zu schimmeln.

Essig oder Essigessenz statt Weichspüler

Waschmittelfach mit Schimmel

Im Waschmittelfach bildet sich schnell Schimmel, wenn es nicht offen steht und nicht auslüften kann.

Kommt das Gespräch auf altbewährte Hausmittel gegen Schimmel, wird meist Essig zuerst genannt. Aufgrund seines niedrigen ph-Werts wirkt Essig der Bildung von Schimmel entgegen. Lediglich auf Kalkwänden gelangt Essig als Schimmelmittel an seine Grenzen. Bezüglich der Waschmaschine lassen sich mit Essig gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die sonst zur Würze und Konservierung genutzte Flüssigkeit verhindert einerseits Schimmel in der Waschmaschine und lässt sich andererseits hervorragend als Weichspüler nutzen.

Was eignet sich besser: Essig oder Essigessenz?

Unter Essig wird im Allgemeinen Speiseessig verstanden, der nach der Verordnung über den Verkehr mit Essig und Essigessenz aus dem Jahre 1972 zwischen 5% und 15,5% Essigsäure enthält. Die Essigsäurekonzentration von handelsüblichem Essig liegt bei 5% bis 6%.

Essigessenz hat einen Säureanteil von 25%. Ob Essig oder Essigessenz als Weichspüler in der Waschmaschine zum Einsatz kommt, spielt keine Rolle. Lediglich hinsichtlich der Dosierung besteht ein Unterschied: etwa 2-4 Esslöffel Essig oder 1-2 Teelöffel Essigessenz.

Die Vorzüge von Essig als Weichspüler

  • Essig bzw. Essigessenz als Weichspüler schützt vor Schimmelpilzen in der Waschmaschine.
  • Es kommt zu keiner Verkalkung der Heizstäbe.
  • Weil der Essig Kalkablagerungen auf den Fasern verhindert, wird die Wäsche schön weich.
  • Essig fixiert Textilfarben, d. h. die Farben der Kleidungsstücke blassen durch das Waschen nicht aus.
  • Reste der Waschmittellauge werden durch die Beigabe von Essig oder Essigessenz neutralisiert bzw. besser aus der Maschine gespült.
  • Essig unterbindet unangenehme Gerüche in der Waschmaschine.
  • Mit Essig oder Essigessenz im letzten Spülgang befinden sich in Kleidung und Bettwäsche keine Weichspülerrückstände, die Allergien auslösen können.
  • Essig verfügt über eine desinfizierende Wirkung.
  • 100% biologisch abbaubar.

Zur Beachtung:

Waschmaschinenhersteller raten von der Verwendung von Essig oder Essigessenz als Ersatzmittel für Weichspüler ab. Biegsame Kunststoffe enthalten in der Regel Weichmacher, die sich mit Essig nicht besonders gut vertragen. Bei den Türdichtungen der Waschmaschine besteht gegebenenfalls das Risiko, dass sie unter der Einwirkung von Essig im Laufe der Zeit ihre Elastizität verlieren.

Dagegen spricht, dass Essig oder Essigessenz in vielen Haushalten als Weichspülerersatz verwendet wird, ohne dass Probleme mit den Türdichtungen bekannt sind. Schwierigkeiten treten mit großer Wahrscheinlichkeit nur bei ständiger Überdosierung auf.

Eine weitere Option: natürlicher Zitronenweichspüler

Zitronensäure stellt eine Alternative zu Essig und Essigessenz dar. Durch das Hinzufügen von Zitronensäure in den letzten Spülgang entsteht genauso wie bei Essigessenz ein saures Milieu, das Schimmelpilzen nicht behagt. Die farblose und wasserlösliche Fruchtsäure erweist sich als leistungsfähiges Mittel gegen Schimmel in der Waschmaschine.

Außerdem wird Bakterien und Keimen Einhalt geboten. Zitronensäure hat gegenüber Essig oder Essigessenz den Vorteil, dass die Wäsche nach dem Trocknen besser riecht. Die Textilien duften herrlich nach Frische mit einem Hauch Zitronenaroma. Zitronensäure macht die Wäsche weich, vielleicht nicht so flauschig wie mit Weichspüler, aber auf keinen Fall so hart, wie beim völligen Verzicht auf einen Zusatz.

Dieser Ersatz-Weichspüler fügt der Umwelt keinen Schaden zu und wirkt gegen Kalk, was der Maschine und der Wäsche zugute kommt. Die entkalkenden Eigenschaften der Zitronensäure lassen sich nicht nur für die Waschmaschine nutzen, sondern auch für Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Tauschsieder, Wasserhähne und Duschköpfe.

Im Gegensatz zu Essig oder Essigessenz, befürworten die Waschmaschinenhersteller die Verwendung von Zitronensäure. Die Korrosionsgefahr liegt in einem sehr niedrigen Bereich. Bezüglich der Gummidichtungen verhält sich Zitronensäure materialschonend.

Weichspüler aus Zitronensäure selbst herstellen:

2-5 Esslöffel (je nach Wasserhärte und gewünschtem Ergebnis) flüssige Zitronensäure mit einem Liter Wasser vermischen. Stets kaltes oder nur lauwarmes Wasser verwenden, weil sonst die nicht hitzebeständigen Calcium-Komplexe zu relativ schwer löslichem Calciumcitrat (= das Calciumsalz der Zitronensäure) zerfallen.

1-2 Dosierkappen dieser Lösung ergeben die Menge des Weichspülers für einen Waschgang Der Handel bietet Zitronensäure in flüssiger Form und als Puder oder Granulat an.

3 Kommentare… add one
  • Matthias Schreiter

    Lieber Herr K.,

    vielen Dank für Ihren aufschlussreichen und gut geschriebenen Beitrag vom 21.12.2015!
    Mir ging es weniger um das Thema Schimmel als um Essig- und Zitronensäure, und das ist in Ihrem Beitrag sehr schön erklärt!
    Weshalb ich Ihnen schreibe: Mir ist ein kleiner Flüchtigkeitsfehler (wie ich vermute) aufgefallen. Vor der letzten Überschrift heißt es “Bezüglich der Gummidichtungen verhält sich Essigsäure materialschonend.” Nach Überschrift und Sinn zu schließen, dürfte da jedoch “Zitronensäure” gemeint sein.

    Ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen mit besten Grüßen

    Matthias Schreiter

    • Klaus K.

      Danke Herr Schreiter, ist korrigiert!

  • Bettina Zahn

    Vielen Dank für die guten Tipps.
    Was für Dosierkappen sind bei dem Tipp “Weichspüler aus Zitronensäure selbst herstellen” gemeint? Wie groß ist diese Menge?

    Gruß
    Bettina Zahn

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