Richtige Innenraumdämmung ohne Schimmel in der Wohnung

Unter Wärmedämmung wird in der Bauphysik die Reduzierung des Durchgangs der Wärmeenergie mit einer Umhüllung des Gebäudes verstanden. Die Begriffe Wärmediffusion und Wärmeleitung umschreiben den Fluss der Wärme innerhalb fester Stoffe.

Der Wärmestrom bewegt sich dabei stets in Richtung niederer Temperatur. Durch Wärmeschutz lässt sich die Wärme länger im Gebäude halten, was hinsichtlich der Beheizung einen Energiespareffekt auslöst.

Ob Außen- oder Innendämmung, Wärmeschutz verringert die Wärmeverluste erheblich. Als Dämmstoffe zeichnen sich Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit aus. Für die Innenraumdämmung setzen sich derzeit Calciumsilikatplatten durch, denn sie erfüllen sowohl beim Wärmeschutz als auch bei der Schimmelsanierung die Erwartungen.

Bedenken, dass Innendämmung Schimmel Vorschub leistet, treten bei Baustoffen mit extrem hoher Kapillarität, die der Tauwasserbildung entgegenwirkt, wie es bei Klimaplatten aus Calciumsilikat der Fall ist, in den Hintergrund.

Innenraumdämmung gegen SchimmelDamit nach der Innendämmung Schimmel und Feuchtigkeit keine Probleme bereiten

Um Schimmel vorzubeugen, muss eine optimale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zwischen 40% und 60% herrschen. Werden die Räume in Altbauten hermetisch mit Dämmmaterial umschlossen, kommt die vorher bestehende Luftzirkulation nach draußen durch die wärmetechnische Maßnahme zum Erliegen.

Mögliche Konsequenzen: Die Luftfeuchtigkeit im Gebäude steigt, Schimmelpilze wachsen und Holzbalken faulen. Innendämmung ist besonders schimmelanfällig.

Mit fachgerechtem Lüften oder dem Einbau moderner Lüftungssysteme lässt sich trotz Dämmung einer gesundheitlich bedrohlichen Schimmelbildung entgegensteuern. Eine entscheidende Rolle spielt allerdings auch die Auswahl des richtigen Dämmmaterials.

Video: Schimmelpilz bei falsch angebrachter Innendämmung

Hier im Video von MIB Metzger wird dargestellt, warum nach falsch angebrachter Innenraumdämmeung Schimmelpilz entstehen kann.

Innenraumdämmung: positive und negative Aspekte

Nachstehend aufgeführte Vor- und Nachteile stellen die Dämmung der Außenwände eines Hauses zur Energieersparnis grundsätzlich nicht infrage. Es geht speziell um die Innendämmung im direkten Vergleich mit einer außen am Haus angebrachten Dämmschicht.

Innendämmung Vorteile

  • Zusätzliche Kosten für ein Gerüst entfallen
  • Geeignete Lösung, wenn sich eine Außendämmung nicht realisieren lässt (Beispiel: Der Wärmeschutz würde die Grundstücksgrenze überschreiten und der Nachbar lehnt die Anbringung der Außendämmung ab.
  • Räume, die nur gelegentlich genutzt werden, sind im Winter ohne großen Energieaufwand schnell angenehm warm. Weil die kalte Außenwand nicht aufgeheizt werden muss, erwärmen sich Luft und Oberflächen rasch.
  • Die Innenraumdämmung verbirgt eventuell vorhandene Aufputzinstallationen.
  • Aus energetischer Sicht ist die Innendämmung in den meisten Fällen besser als der komplette Verzicht auf Wärmeschutz.

Innendämmung Nachteile

  • Weil die Innendämmung Platz beansprucht, geht wertvoller Wohnraum verloren, während bei der Außendämmung die Innenräume genauso groß bleiben wie bisher.
  • Das Material zur Innendämmung kostet in der Regel mehr als zur Außendämmung.
  • Die Zimmer sind während der Sanierungsarbeiten nicht bewohnbar.
  • Bei mangelhafter Ausführung kann die Innendämmung Schimmel hervorrufen, wenn sich an Wärmebrücken Tauwasser bildet.
  • Im Brandfalle entwickeln sich im Gebäude giftige Gase, wenn Polystyrol- oder Polyurethandämmstoffe (PUR/PIR) verbrennen.
  • Unter starker Windeinwirkung prallt Regen auf senkrechte Wände. Ohne speziellen Schutz (Fassadenhydrophobierung) beeinträchtigt die Innendämmung die Mauertrocknung nach einem Schlagregen, weil Feuchtigkeit nur noch nach außen abziehen kann. Dadurch erhöht sich nicht nur das Schimmel-, sondern auch das Frostschadenrisiko.

Hinweis:
Bei alten Fachwerkhäusern, eng nebeneinander befindlichen Gebäuden und Häusern, die unter Denkmalschutz stehen, existiert in der Regel nur die Option der Innendämmung.

Weshalb Klimaplatten bei der Innendämmung Schimmel verhüten

InnenraumdämmungAls Alternative zu synthetischen Dämmstoffen auf Erdölbasis, bietet der Fachhandel natürliche Dämmstoffe aus Flachs, Holz- und Schafwolle, Holzfaser, Schilf, Hanf und Zellulose an.

Darüber hinaus gibt es Dämmmaterial, das hauptsächlich aus mineralischen Stoffen, z. B. Glaswolle, Steinwolle oder Blähton, besteht. Calciumsilikat zählt gleichfalls zu den vorwiegend mineralischen Baustoffen.

Hochwertige Klimaplatten aus diesem Material werden aus Kalkhydrat, Sand, Kieselsäure, Flugasche, silikatische Zuschläge und Zellstoff hergestellt. Sie verfügen zwar über einen nur mittelmäßigen Wärmedurchgangswiderstand, aber dafür sprechen zahlreiche andere Eigenschaften für ihre Verwendung:

  • wärmedämmend
  • nicht brennbar
  • druckfest
  • staubarm (ohne Quarzstaub)
  • diffusionsoffen
  • bei der Innendämmung Schimmel verhütend
  • formstabil
  • mit feiner Oberfläche
  • relativ leicht
  • alkalisch (hoher ph-Wert)
  • baubiologisch unbedenklich (keine Ausgasungen)
  • resistent gegen Fäulnis und Ungeziefer
  • ökogerechtes Recyclen möglich
  • für gewöhnlich aus europäischer DIN-/ISO-zertifizierten Produktion
Dämmung der Fassade

Fassadendämmung oder Innendämmung? Zwei Möglichkeiten der Wärmedämmung

Platten aus Calciumsilikat weisen zwei Charaktermerkmale auf, die sich zur Schimmelvorbeugung als überaus vorteilhaft erweisen:

  • Zum einen kann dieses Dämmmaterial aufgrund zahlreicher Mikroporen Wasser aufnehmen, speichern und wieder abgeben. Dadurch entsteht eine raumluftregulierende Wirkung, insbesondere die Feuchtigkeit betreffend.
  • Der andere Pluspunkt zielt auf den hohen ph-Wert. Auf einem alkalischen Untergrund besteht für Schimmelpilze keine Überlebenschance.

Die Kehrseiten halten sich dagegen in Grenzen:

  • Klimaplatten gestatten nur eine beschränkte Auswahl bei der Wandgestaltung. Sind Tapeten und Wandfarben nicht ebenfalls diffusionsoffen, können die Platten nicht atmen. Auf Wandfliesen sollte besser komplett verzichtet werden.
  • Bei der Anbringung von Regalen und schweren Gegenständen muss das Verankern durch die Platte bis in die Außenwand erfolgen, sonst fehlt der nötige Halt.

Tipp:
Billiges Material zahlt sich bei der Dämmung der Außenwand von innen nicht aus. Klimaplatten mit hoher Wasserdampfdurchlässigkeit kosten zwar etwas mehr, doch dafür bleibt mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Innendämmung schimmelfrei.

Innendämmung und aufsteigende Nässe

Strukturputz auf Dämmplatten aus StyroporFeuchte Wände, heißt es gelegentlich, lassen sich mit wasser- und dampfdichten Dämmmaterialien in Ordnung bringen. Doch diese Gleichung geht womöglich nicht auf, wenn sich die Sanierungsmaßnahme lediglich auf das Anbringen der Dämmplatten beschränkt.

Handelt es sich um aufsteigende Nässe, weil im Mauerwerk eine wasserdichte Sperrschicht fehlt oder die Horizontalsperre bereits marode ist, leistet die kapillare Wasseraufnahmefähigkeit der Wand ganze Arbeit.

Betroffen sind vorwiegend Keller- und Erdgeschosse bzw. Souterrains von Altbauten. Aufsteigende Nässe und Innenraumdämmung sind zwei Komponenten, die sich nicht vertragen.

Bevor die Innendämmung Feuchtigkeit und Kälte außen vorhalten kann, muss die Wand vor Einzug von Feuchte aus dem Erdreich geschützt werden. Zur Querschnittsabdichtung besteht die Auswahl zwischen mechanischen Verfahren und dem Injizieren des Mauerwerks mit dichtenden oder hydrophobierenden Substanzen.

Dringt die Nässe als Grund-, Hang- oder Sickerwasser seitlich im erdberührenden Bereich in den Baukörper, empfiehlt sich eine Abdichtung mittels außen anzubringender Vertikalsperre.

Tipp:
Vor dem Anbringen der Innendämmung zunächst alle Wände auf aufsteigende oder seitlich eindringende Nässe untersuchen und im Bedarfsfall Sperren einbauen und das Mauerwerk trockenlegen. Danach ist die Schimmelgefahr verlässlich gebannt.

Zusammenfassung:

Mit Innendämmung Schimmel in der Wohnung vermeiden, gelingt nur in Koordination der verwendeten Materialien mit der Bausubstanz.

Prinzipiell wird beim Gebäudewärmeschutz die Außendämmung bevorzugt. Unter Umständen ist aber Dämmen nur im Inneren möglich.

Mit modernen Klimaplatten lassen sich mit einer Maßnahme zwei Ziele auf einmal erreichen: Weniger Heizwärme geht verloren und der Ausbreitung von Schimmelpilzen wird wirkungsvoll vorgebeugt.

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