Kann man Schimmelbefall selbst bekämpfen, oder muss zwingend ein Fachmann ins Haus?

Bevor man den Schimmel bekämpft, sollten die Ursachen für die Feuchtigkeit beseitigt werden

Frage:

Ich bewohne seit einigen Jahren ein älteres Einfamilienhaus. Es hat sich in diesem Winter an einer Außenwand Schimmel gebildet. Kann ich den Schimmelbefall selbst bekämpfen, oder muss ich zwingend einen Fachmann ins Haus holen?Antwort:

Nur den Schimmel bekämpfen bringt auf Dauer keinen Erfolg. Es muss stattdessen nach der Ursache des Schimmelbefalls gesucht werden. Erst wenn der Auslöser für Schimmel gefunden und abgestellt ist, bildet sich nach einer Sanierung der betroffenen Wand in Zukunft kein Schimmel mehr.

Treten die Probleme speziell an Außenwänden auf, liegt die Vermutung nahe, dass im Winter mangels Dämmung eine zu starke Abkühlung auf den jeweiligen Flächen stattfindet. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit in sich tragen als warme Luft. Trifft mittels Heizung erwärmte und mit Feuchtigkeit gesättigte Luft auf eine kalte Oberfläche, muss sie notgedrungen Feuchtigkeit abgeben. Das Resultat dieses physikalischen Gesetzes zeigt sich durch Kondensation und auf der Wand sitzender Feuchtigkeit, die wiederum einen perfekten Nährboden für Schimmelpilze bietet. Optimales Lüften kann zwar Schimmel verhindern, reicht aber in manchen Fällen zur Schimmelvorbeugung nicht aus.

Bei großflächigem Befall einer Außenwand sollte eventuell tatsächlich ein Fachmann zu Rate gezogen werden, um zu klären, ob der Schimmel aufgrund einer gravierenden Wärmebrücke, schlechter Lüftung oder durch Bauschäden entstanden ist. In unteren Stockwerken kann es sich auch um aufsteigende Bodenfeuchtigkeit handeln, die Schimmelpilzen Vorschub leistet.

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