Wie man Hausschwamm erkennt, die Ursachen findet und beseitigt?

Der Echte Hausschwamm kann für Hausbesitzer zum wahren Albtraum werden, denn kein anderer Holzschädling geht so schnell und rigoros zur Sache. Ob Dachstuhl, Fachwerk, Holzböden oder Türzargen, der zur Ordnung der Dickröhrlingsartigen gehörende Schwamm macht vor keinem Holz halt, das genug Feuchtigkeit in sich trägt.

Hat der Echte Hausschwamm eine gewisse Größe erreicht, scheidet er Flüssigkeitströpfchen aus. Die wissenschaftliche Bezeichnung Serpula lacrymans (lat. lacrima = Träne) für den Oberflächenpilz bezieht sich auf dieses Verhalten.

Es gibt noch weitere Holzschädlinge, die bei einem Befall eine Schädlungsbekämpung notwendig machen: Brauner Kellerschwamm und Weißer Porenschwamm.

Hausschwamm

Hausschwamm kann alte und feuchte Häuser ruinieren

Was macht den Hausschwamm so gefährlich und mit welchen Maßnahmen lassen sich Holzschäden durch Hausschwämme vermeiden?

Im schlimmsten Fall bringt der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) Holzbalkendecken, tragende Holzkonstruktionen, komplette Dachstühle oder ganze Häuser zum Einstürzen. Sein Vernichtungswerk vollzieht sich meist anfangs innerhalb der Baukonstruktion. Dort breitet er sich, ohne dass jemand von ihm weiß, ungehindert aus.

So wie andere Pilze, bringt auch der Hausschwamm Milliarden von Sporen hervor. Schätzungen zufolge, verursacht die Zerstörungskraft des Echten Hausschwamms in Deutschland alljährlich Gebäudeschäden in einer Höhe von bis zu 250 Millionen Euro. Ein sekundäres Risiko bergen Schimmelpilze mit toxinhaltigen Schimmelsporen, die auf den Fruchtkörpern und den fadenförmigen Zellen wachsen.

Weltweit existieren 15 Hausschwammarten, von denen lediglich 2 in Europa vorkommen:

1.) Wilder Hausschwamm (Serpula himantioides)

Die 5-15 cm breiten Fruchtkörper des wilden Hausschwamms, der vor allem auf am Boden liegenden Baumstämmen in Wäldern wächst, lassen sich leicht ablösen. Junge Pilze besitzen eine glatte Oberfläche, die mit der Zeit runzelig wird.

Im frühen Stadium ist der Fruchtkörper lila, danach senfgelb und olivgrün. Der Rand weist eine weißfaserig-wollige Beschaffenheit auf, zuerst in einem weißen, später in einem violetten Farbton.

2.) Tränender oder Echter Hausschwamm (Serpula lacrymans)

Der 1,5 cm dick und mehr als einen Meter lang werdende Fruchtkörper verfügt über eine ockerbraune Farbe und eine weißliche, filzige Umrandung. Serpula lacrymans kann Pilzhyphen in bis zu 1 cm dicke Stränge bündeln, die der Versorgung dienen.

Die schnell wachsenden, weißen oder grauen Schnüre transportieren Wasser und Nährstoffe und durchdringen bei Bedarf das Erdreich und Fugen im Mauerwerk. Bei einem Befall wird das Holz dunkler und bekommt Querrisse.

Der Holzschädling Echter Hausschwamm überbrückt mit Leichtigkeit anorganische Gebäudeteile. Charakteristisch ist ein würfelartiges Auseinanderfallen des Holzes. Zuallerletzt bleibt nur noch Staub übrig.

Idealbedingungen für Hausschwämme:

  • Holzfeuchte: 40% bis 50%- Temperatur: 18° bis 22° C
  • keine oder nur geringfügige Luftbewegung
  • Fehlt Feuchtigkeit, fällt der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) in eine Trockenstarre, die 10 Jahre und länger andauern kann, ohne dass der Pilz verendet.

Welche Schwämme stellen ebenfalls eine Bedrohung für Häuser dar?

  • Brauner Kellerschwamm
    Von allen holzzersetzenden Pilzen tritt der Braune Kellerschwamm (Coniophora puteana) am häufigsten in Erscheinung. Anders als sein Name vermuten lässt, beschränkt sich dieser Schwamm, der ein wurzelartiges, verzweigtes Strangmyzel anlegt, nicht nur auf Kellerräume.Seine relativ dünnen Fruchtkörper sind anfangs weiß und wechseln mit der Zeit ins Bräunliche. Aufgrund der Erhebungen auf dem Fruchtkörper wird der Braune Kellerschwamm auch als Brauner Warzenschwamm bezeichnet.
  • Weißer Porenschwamm
    Wellige Braunfäuletramente, wie der Schmalsporige Weiße Porenschwamm (Antrodia sinuosa) und der Breitsporige Weiße Porenschwamm (Antrodia vailantii) benötigen zur Entwicklung mehr Feuchte im Holz als der Echte Hausschwamm.Beide Arten sind nur schwer zu unterscheiden, deshalb ist in der Regel nur vom Weißen Porenschwamm die Rede. Eine Schwammsanierung sieht die Entfernung der betroffenen Bauteile und gegebenenfalls eine Bohrlochtränkung mit chemischen Holzschutzmitteln vor.

Existiert eine Hausschwamm Meldepflicht?

Nach eindeutiger Bestimmung von Serpula lacrymans bestand früher tatsächlich in allen Bundesländern eine Hausschwamm Meldepflicht. Zur Zeit ist nur noch in Sachsen und Thüringen eine Mitteilung an die zuständige Bauaufsichtsbehörde zwingend vorgeschrieben.

In den restlichen Bundesländern wird der Schutz gegen schädliche Einflüsse mit einem Hinweis hinsichtlich einer gebrauchstauglichen Beschaffenheit von baulichen Anlagen in den jeweils gültigen Bauordnungen geregelt.

Schutz vor dem Echten Hausschwamm

1.) Chemischer Holzschutz verhindert Hausschwämme, sonstige Schwämme, Schimmelpilze und andere Holzschädlinge.
Holzschutzmittel gerieten aufgrund ihrer aggressiven Inhaltsstoffe in Verruf. In der Vergangenheit wurden Produkte verkauft, die u. a. PCP, Lindan und DDT enthielten. Diese Wirkstoffe sind inzwischen verboten, denn sie stehen im Verdacht, dass sie das menschliche Immunsystem schwächen und Hauterkrankungen und Leberschäden auslösen.

Selbst nach Jahrzehnten treten aus mit diesen Mitteln behandelten Hölzern noch giftige Gase aus. Der Fachhandel bietet mittlerweile sogenannte Bio-Produkte an, die den Befall mit holzzerstörerischen Organismen einschränken. Bauphysiker sind allerdings mehrheitlich der Meinung, dass es genügt, wenn das Mauerwerk und das im Haus verbaute Holz fortwährend trocken bleibt.

2.) Konstruktiver Holzschutz bedeutet, schon im Vorfeld darauf zu achten, dass sich der Hausschwamm nicht ausbreiten kann.
Als förderlich gegen Hausschwämme und Schimmelpilze werden alle Maßnahmen betrachtet, die feuchtes Bauholz verhindern. Ein akribisch abgedichtetes Dach lässt keinen Regen hindurch, so dass weder Sparren noch Latten mit Nässe in Kontakt kommen. Andererseits trägt eine sachgerechte Bearbeitung und die Wahl der richtigen Holzart zur Vorbeugung gegen den Hausschwamm, Schimmelpilzen und anderen Holzschädlingen bei.

Weitere Infos stellt der Deutsche Holz- und Bautenschutzverband e.V. (DHBT) zur Verfügung.

Nachfolgende Initiativen vermeiden einen Hausschwamm Befall:

  • Zum Bau vorgesehenes Holz auf Pilze untersuchen.
  • Niemals feuchtes Bauholz verwenden.
  • Neubauten ausreichend austrocknen lassen.
  • Die Feuchtigkeit nach einem Wasserschaden restlos mit einem Baulüfter beseitigen.
  • Regelmäßige Wartung des Gebäudes, insbesondere hinsichtlich lückenhafter Dacheindeckung, aufsteigender Bodennässe, undichten Wasserleitungen und defekten Regenrinnen und Fallrohren. Festgestellte Schäden sofort reparieren.
  • Hin und wieder die Funktionsfähigkeit von Drainagen kontrollieren, damit sich keine Hausschwämme einnisten und keine Hausschwammbekämpfung nötig wird.
  • Im Keller kein Brennholz und keine größeren Mengen an Kartonagen lagern.

Schwammsanierung / Hausschwammbekämpfung

Steckt der Schwamm im Gebälk, bedarf es zunächst eine Identifikation des Erregers. Bei eindeutiger Zuordnung wird -anders als bei der herkömmlichen Schimmelsanierung– der Ausbau aller befallenen Holzteile mit einem Sicherheitsabstand von 1 m und die Abflammung des Mauerwerks empfohlen.

Weil der Echte Hausschwamm bei Temperaturen über 50° C abstirbt, kommt alternativ das Heißluftverfahren in Betracht. Bei dieser Methode bereiten jedoch dicke Mauern Schwierigkeiten. Um den Holzschädling auf Dauer in seine Grenzen zu verweisen, musst sichergestellt sein, dass sämtliche Gebäudeteile zukünftig absolut trocken bleiben.

Ohne Feuchtigkeit stellt der Echte Hausschwamm seinen Stoffwechsel ein, wird aber sofort wieder aktiv, sobald er erneut auf Feuchtigkeit trifft. Wahrscheinlich ist ein ganzes Paket von Maßnahmen nötig, um dem Befall wirkungsvoll entgegenzutreten.

Idealerweise übernimmt ein Sachverständiger in Sachen Holzschäden oder ein Fachbetrieb die professionelle Beseitigung des Hausschwamms, wie zum Beispiel das Sachverständigenbüro Rüpke (DHBT Mitglied).

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