Die Biologie der Schimmelpilze

Eine Gruppe von Fadenpilzen bildet die Familie der Schimmelpilze. Diese sehr uneinheitliche Gruppe setzt sich hauptsächlich aus folgenden Arten zusammen:

  • Zygomycten
  • Asomyceten
  • Fungi imperpecti

Unter eine jeweilige Pilzart fallen viele verschiedene Pilze. Sämtliche Schimmelpilze haben gemein, dass sie als faserig, flockig und vielfältig gefärbt erscheinen. Bei vielen Exemplaren tritt darüber hinaus ein sehr modriger Geruch auf.

Die Pilze finden ideale Bedingungen vor, wenn die relative Luftfeuchtigkeit bei 80 Prozent liegt und eine Temperatur von circa 20 Grad herrscht. Sollte sich in der Wohnung bereits Schimmel gebildet haben, sollten diese Bedingungen verändert werden, da sich die Schimmelpilze andernfalls weiter vermehren können.

Die Vermehrung von Schimmelpilzen

Fäden bilden ein Netzwerk

Die Vermehrung geschieht auf ungeschlechtlichen Weg. Im ersten Stadium des Wachstums bildet sich eine fädige Struktur, die Mycel genannt wird. Diese besteht aus winzigen Pilzfäden, die sich in alle möglichen Richtungen ausdehnen können. Die Fäden sind denen, die bei Pilzen im Wald vorkommen, durchaus ähnlich, da diese sich ebenfalls in hoher Geschwindigkeit unter der Erde ausbreiten, um ein immer größeres Netzwerk zu bilden.

Große Flächen können in kurzer Zeit mit Schimmel belastet sein

Um sich möglichst effektiv auszubreiten, erzeugen die Mycelfäden weitere Sporen, die kettenförmig aneinandergeragt nach außen ragen. In dieser Phase des Wachstums weist der Schimmel auf einer organischen Substanz eine staubige Beschaffenheit auf. Schimmelpilze können auf diese Art und Weise binnen kürzester Zeit große Flächen bevölkern.

Neutraler pH Wert beschleunigt Pilzwachstum

Wie sämtliche heterotrophe Organismen ernähren sich Schimmelpilze von organischem Material wie Holz, Kunststoff, Karton oder Kleister. Diese Materialien bieten ausreichend Nährstoffe, die neben hoher Feuchtigkeit das Wachstum der Pilze beschleunigen. Erhöhtes Wachstum ist außerdem möglich, wenn ausreichend Sauerstoff und ein pH-Wert, der weder basisch noch zu sauer sein darf, vorzufinden ist.

Gefährdung für den Menschen

Allergieen durch Pilzfäden

Die Funktion der Pilze besteht darin, das befallene Material zu zersetzen. In der Natur ist dies eine essenzielle Aufgabe, die jedoch in der heimischen Wohnung gefährlich für die Gesundheit der Bewohner ist. Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, die sogenannten Mykotoxine, sind oftmals giftig und auf die Pilzfäden reagieren viele Menschen allergisch.

Im Extremfall tödlich

In extremen Fällen befallen Schimmelpilze menschliches Körpergewebe und können zum Tod führen. Auf kranken Menschen mit einem schwachen Immunsystem können systemische Mykosen wachsen, die die Immunantwort weiter schwächen. Dies kann zu weiteren ernsten Krankheiten oder zum Tode führen.

Antibiotikum aus dem Schimmelpilz Penicillium chrysogenum

Die meisten Schimmelpilze, die als Saprobionten bezeichnet werden, leben jedoch von toter organischer Substanz und sind daher nicht gefährlich für den Menschen. Die positive Wirkung von Pilzen für den Menschen beweist der Schimmelpilz Penicillium chrysogenum. Aus seinen Stoffwechselprodukten wird das Antibiotikum Penicillin gewonnen.

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